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30.05.2020 | Ariturel Hack
Der bittere Abschied von Tegel
ein Gastbeitrag von Ariturel Hack

Der Flughafen Tegel ist für uns Berliner mehr als nur ein Wahrzeichen, er ist ein Stück Erfolgsgeschichte, das es zu bewahren gilt. Gewidmet ist er dem deutschen Flugpionier Otto Lilienthal, der ganz in der Nähe, als erster Mensch überhaupt, Gleitflüge mit einem Flugapparat durchführte und damit den Grundstein für die heutige Luftfahrt legte.

1948 gab die französische Besatzungsmacht die Erlaubnis zum Bau eines Flughafens in Tegel, der dazu dienen sollte, die Berliner Luftbrücke zu unterstützen und damit half, etwa 2,2 Millionen Menschen vor dem Hungertod zu retten. In nur 90 Tagen entstand hier ein einzigartiger Flughafen mit der damals längsten Start- und Landebahn Europas.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Tegel zum wichtigsten Flughafen Berlins und wurde für viele Menschen zu einem Drehkreuz in die Freiheit.

Tegel gilt noch heute als Flughafen der kurzen Wege. Dies ist dem Hamburger Architektenbüro „Gerkan, Marg und Partner“ zu verdanken, die sich 1974 mit ihrem markanten sechseckigen Terminalgebäude verewigten.

2018 wurden 22 Millionen Passagiere abgefertigt und ein Rekordgewinn von 142 Millionen Euro eingefahren. Und nun soll dieser Flughafen schließen – warum eigentlich?

Gerade für die SPD scheint der Flughafen Tegel zu einem wahren Hassobjekt geworden zu sein. Keine Gelegenheit wurde ausgelassen, den Flughafen schlecht zu reden und seine Schließung zu fordern.

Im September 2017 stimmte die Mehrheit der Berliner in einem Volksbegehren für die Offenhaltung Tegels. Von der SPD kam prompt die Mitteilung, dass man dieses Volksbegehren nicht beachten wird.

Die linken Parteien, die sonst Volksbegehren und Bürgerbeteiligungen immer wieder als wichtigste Form der demokratischen Mitbestimmung preisen, zeigen einmal mehr ihr wahres Gesicht, indem sie auf den Wählerwillen pfeifen.

Die aktuellen Stimmen von rot-rot-grün, die nun die Schließung bejubeln, wirken dabei wie ein Schlag ins Gesicht der Berliner.

Ich kann nur hoffen, dass sich die Berliner daran erinnern, wenn sie das nächste Mal zur Wahl gehen.