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08.04.2020 | Taube
Beschaffung von Atemschutzmasken - dilettantisches Fehlverhalten des Berliner Senats

Eine Konfiszierung von Atemschutzmasken, die von der Berliner Polizei bestellt wurden, in Bangkok durch die USA, wie vom Berliner Innensenator Geisel am 01.04.2020 erklärt, wäre ein sonderbarer Skandal. Nicht zuletzt, da so ein Fall auch einen massiven Eingriff in die Hoheitsrechte Thailands darstellten würde.  Doch ebenfalls nicht hinzunehmen ist es, derartige Anschuldigungen (wortwörtlich „Piraterie“) ohne stichhaltige Belege in die Welt zu setzen - wie jedoch vom Berliner Senat erfolgt. Dies ist eine Beförderung von Antiamerikanismus pur!!!

Zuvor hätte es einer sorgfältigen Recherche von Stationen der Bestellung, Fertigung und Lieferung bedurft.

Die widersprüchlichen Darstellungen von Seiten der Berliner Behörden (Korrektur in den Berliner Tageszeitungen am 04.04.2020) und die voreiligen Vorwürfe sorgten mittlerweile für erhebliche Irritation und schaden dem Ansehen Berlins. Derartige Fehlleistungen sollten einer Regierung nicht unterlaufen. Auch sollten Notfallbeschaffungen, wenn möglich, direkt und ohne viele Zwischenhändler ablaufen, allein schon um die Übersicht zu behalten.

Hingegen zutreffend ist die dringende Notwendigkeit zu einer deutschen und europäischen Eigenfertigung von Schutzkleidung zurückzukehren – anstelle weiterhin von Produzenten in Ostasien abhängig zu sein. Dies erklärte auch die Bundeskanzlerin in ihrer Presseerklärung vom 06.04.2020. Eine Fertigung in Europa hätte nebenbei auch dem Berliner Schutzmasken-Vorfall vorbeugen können.